ISES Global Leadership Award in Advancing Solar Energy Policy - in honour of Hermann Scheer 2015

Mit dem ISES Global Leadership Award in Advancing Solar Energy Policy - in honour of Hermann Scheer 2015 wurde ausgezeichnet: Prof. Shi Dinghuan, ehemaliger Generalsekretär des chinesischen Ministeriums für Wissenschaft & Technik und aktuell Energieberater des chinesischen Staatsrats und Vorsitzender der Chinese Renewable Energy Society.

Der Award wird an Personen verliehen, die signifikante Beiträge geleistet haben, um die Politik im Bereich der Sonnenenergie voranzubringen.

Ein Bericht findet sich auf der Homepage der International Solar Energy Society e. V. (ISES) unter: ises.org/who-we-are/ises-awards/global-leadership/

Namensgebungsfeier: Hermann-Scheer-Schule (OSZ Wirtschaft)

Im Rahmen eines Festaktes gab sich das „Oberstufenzentrum Wirtschaft und Sozialversicherung“ (OSZ WI&SO) am 13. November 2015 den Namen: Hermann-Scheer-Schule (OSZ Wirtschaft).

„Wir haben nach einem Schulnamen gesucht, der unserer Schulentwicklung eine Orientierung geben kann, die an den langfristigen Anforderungen des 21. Jahrhunderts ausgerichtet ist“, erläuterte Nico Dinter in seiner Laudatio. Schulleiter Joachim Fronz betonte in seiner Ansprache: „Bereits seit Ende der 1980er Jahre setzte sich Dr. Hermann Scheer als einer der ersten auf nationaler und internationaler Ebene für die generelle Ablösung atomarer und fossiler Energien ein. Hermann Scheer hat die Wende zu hundert Prozent erneuerbaren Energien nicht nur früh als zentrale Aufgabe der Gegenwart erkannt, er sah auch die gesellschaftliche und soziale Dimension! Schließlich könnten durch eine konsequent durchgeführte Energiewende weltweit Konflikte um die knappen Energieressourcen endlich der Vergangenheit angehören.“

Irmgard Scheer-Pontenagel, Vorsitzende des Stiftungsrates der Hermann-Scheer-Stiftung sprach den Organisatoren ihren Dank für die gelungene Veranstaltung und die gute Vorbereitung aus, so stellten die Schülerinnen und Schüler etwa ein Video vor, dessen Grundlage Interviews mit Frau Dr. Nina Scheer, Vorstand der Hermann-Scheer-Stiftung sowie mit Herrn Lothar Krüger, dem Leiter des „Zentrums für Erneuerbare Energien Hermann Scheer“ in Eberswalde bilden und das in allen Bildungsgängen der Schule als Lehrfilm eingesetzt werden kann.

Ein ausführlicher Bericht und weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Hermann-Scheer-Schule (OSZ Wirtschaft) unter:

www.oberstufenzentrum.de/schulen/hermann-scheer-schule-osz-wirtschaft

 

Foto: Hermann-Scheer-Schule (OSZ Wirtschaft)

Eberswalder Zentrum für Erneuerbare Energien erhält Namen des EUROSOLAR-Ehrenpräsidenten Hermann Scheer

Am 29. April 2013 wurde in Eberswalde, nahe Berlin, das klimaschutzgerechte Gebäude des "Zentrums für erneuerbare Energien Hermann Scheer" feierlich eingeweiht und dem Verein Eberswalder Informations-Centrum Holz-Energie (E.I.C.H.E. e.V.) übergeben. Das moderne Gebäude wurde in den vergangenen Monaten als Ergänzungsbau auf dem Gelände des waldpädagogischen Zentrums des Landesbetriebs Forst Brandenburg – dem Wald-Solar-Heim Eberswalde – errichtet.

Pünktlich zum Geburtstag von Dr. Hermann Scheer, dem 29. April, konnte das Null-Emissionshaus nun eingeweiht werden: Ein Besucher- und Informationszentrum rund um das Thema Erneuerbare Energien, mit dem der im Oktober 2010 verstorbene EUROSOLAR-Ehrenpräsident und Träger des alternativen Nobelpreises gewürdigt und an sein außergewöhnliches Engagement für die Energiewende erinnert wird.
Der innovative Bau weist eine Reihe von Detaillösungen zur Umsetzung der Null-Emissions-Strategie auf. Eine geothermische Anlage samt Wärmepumpe sorgt dafür, dass im Winter nicht geheizt und im Sommer nicht mit Kältemaschine gekühlt werden muss. Lüftungsflügel in der Fassade öffnen und schließen automatisch. Der Baukörper aus Beton wurde mit thermisch modifiziertem Eichenholz verkleidet. Auch für das Innere des Hauses haben sich die Planer zeitgemäße Lösungen einfallen lassen. Die Ausstellung veranschaulicht anhand von interaktiven Modellen, wie Erneuerbare Energien funktionieren. 
Das Projekt ist infolge einer Kooperation mit dem polnischen Landkreis Koszalin entstanden. An der polnischen Ostseeküste wird ebenfalls ein Informations- und Bildungszentrum zur Nutzung Erneuerbarer Energien geplant.

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DIE 4. REVOLUTION – ENERGY AUTONOMY – jetzt frei im Internet

Es ist eine Erfolgsgeschichte ohne Gleichen: den Kino-Dokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION - ENERGY AUTONOMY haben in Vorführungen und TV-Ausstrahlungen in über 30 Ländern in 26 Sprachen bisher über 7 Million Menschen gesehen. 

Eine zentrale Rolle in dem Film spielt der verstorbene EUROSOLAR-Präsident Dr. Hermann Scheer. Zu dem Titel wurde der Filmemacher Carl-A. Fechner durch das 2005 erschienene Buch "Energieautonomie" von Dr. Hermann Scheer inspiriert. 
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Gedenken an die Opfer von Fukushima – Mahnung an die Weltgemeinschaft

Stellungnahme, Berlin, 11. März 2013

Den Atomunfall von Fukushima hat Hermann Scheer nicht mehr erlebt. Sein Lebenswerk gibt aber vielfältige Antworten auf Fukushima. Er kämpfte für eine Frieden sichernde, bezahlbare, für alle Menschen vor Ort verfügbare und humanitär verantwortbare Energieversorgung – für die Ablösung des atomar-fossilen Zeitalters durch Erneuerbare Energien.
 
Hermann Scheer erkannte auch den Wert der Energiewende in Bezug auf den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und demokratisch legitimierte Gestaltung:
 
„Die wichtigste politische Aufgabe ist, für erneuerbare Energien einen Rechtsrahmen zu schaffen, den die Gesellschaft produktiv ausfüllen kann“, so Hermann Scheer in dem wenige Wochen vor seinem Tod erschienenen Buch „Der Energethische Imperativ – 100 % jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist.
 
Fukushima steht symptomatisch für die Hilflosigkeit, der die Menschen bei Atomunfällen ausgesetzt sind. Atomenergie ist nicht beherrschbar. Der zweite Jahrestag von Fukushima ist damit auch Mahnung zur beschleunigten Energiewende.
 
Dr. Nina Scheer, Vorstand Hermann-Scheer-Stiftung

Die Energiewende bedarf keiner Planwirtschaft

Stellungnahme, Berlin, 12. Oktober 2012

von Nina Scheer, Vorstand Hermann-Scheer-Stiftung

Der am 11. Oktober durch Bundesumweltminister Altmaier vorgestellte "Verfahrensvorschlag zur Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)" enthält eine Abkehr von der Systemlogik der Energiewende und ist planwirtschaftlich motiviert.

Zu Recht lobt der Bundesumweltminister das weltweit geschätzte EEG, das in Deutschland in nur zwölf Jahren zu einem Ausbau Erneuerbarer Energien mit einem Anteil von rund 25 % an der Stromversorgung geführt habe und weltweit für über 50 Staaten Vorbildfunktion ausübt.

Ebenfalls zu Recht hebt der Bundesumweltminister hervor, dass das Ziel der Bundesregierung über den Ausbau Erneuerbarer Energien bis 2020 von derzeit 35 % auf 40 % angehoben werden sollte. Selbst dieses Ziel könnte noch zu kurz greifen. Gemessen an der heutigen Entwicklung wirkt die Zielsetzung eines Anteils von 80 % Erneuerbarer Energien bis 2050 wie ein planwirtschaftlich motivierter Bestandschutz für konventionelle Kraftwerksbetreiber, zumal seit Jahren die Prognosen über den Ausbau Erneuerbarer Energien überboten werden, mit Ausnahme solcher über den Offshore-Windenergieausbau. 

Die Zielsetzungen des Verfahrensvorschlages sehen eine „regionale und geographische Koordinierung“, die „Abstimmung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien mit den konventionellen Energien“ sowie eine „Abstimmung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien mit dem Ausbau der Netze“ vor. Auch hierin liegt ein planwirtschaftlicher Ansatz: Der Netzausbau muss sich an den Vorkommen der Erneuerbaren Energien in ihrer dezentralen Angebots- und Akteursstruktur ausrichten und nicht umgekehrt. 

Es zählt zum Kernbestand einer gelingenden Energiewende, den Anteil Erneuerbarer Energien beschleunigt zu steigern, worauf Hermann Scheer als Architekt des EEGs immer wieder hinwies. Nur so kann die vollständige Ablösung konventioneller Energien gelingen und nur so kann auch politischer und ökonomischer Handlungsdruck entstehen, um ein System für eine regenerative Vollversorgung zu schaffen. Für einen solchen Strukturwandel werden Netzmanagementsysteme und die Einbindung von Speichertechnologien zur phasenverschobenen Einspeisung von sogenannten Stromspitzen bzw. Überkapazitäten benötigt. Entsprechendes Knowhow wird von Wirtschaft und Gesellschaft nur für eine reale Energiewirtschaft an den Markt gebracht, nicht hingegen für theoretisch gehaltene Ausbauziele, die von Ausbaubegrenzung oder Quotenmodellen gekennzeichnet sind. 

Indirekt unterstellt das Reformvorhaben der Bundesregierung, die Energiewende werde durch den beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien gefährdet. Sie bestreitet damit den eigentlichen Erfolgswert der von Deutschland mit weltweiter Ausstrahlungswirkung ausgehenden Entwicklung. Der Ausbau Erneuerbarer Energien steht für jährlich 40 Mrd. Euro Einsparungen durch vermiedene Externe Kosten und vermiedene fossile Importenergiekosten und darüber hinaus für sich fortlaufend optimierende Erneuerbare-Energien-Technologien. 

Selbst wenn die Strompreise kurzfristig um monatlich ca. fünf Euro steigen, liegt in diesen Kostensteigerungen keineswegs ein Nichtgelingen der Energiewende begründet. Entsprechende Kosten sind allerdings um den Anteil nicht zu rechtfertigen, die auf EEG-Umlagebefreiungen für energieintensive Unternehmen zulasten von Haushalten und den Mittelstand zurückzuführen sind und unter der schwarz-gelben Bundesregierung noch ausgeweitet wurden. Die Beseitigung dieser Fehlsteuerung ist sozialstaatlich und wettbewerblich unumgänglich. 

Reformierte Rahmensetzung erfordert 

  • Anreize zur phasenverschobenen Einspeisung regenerativer fluktuierender Energien unter Beibehaltung bzw. Rückgewinnung einer ungedeckelten Vorrang- und degressiv gestalteten Vergütungssatzregelung durch das EEG
  • die Rücknahme der ausgeweiteten EEG-Umlagebefreiungen für energieintensive Unternehmen

Ein limitierter bzw. „maßvoller“ Ausbau Regenerativer Energien nutzt allein der konventionellen Energiewirtschaft und steht für steigende Energiekosten zulasten der Allgemeinheit.

Mit den Worten von Hermann Scheer: 
„Der politische Schlüssel für den Energiewechsel besteht darin, den bestehenden energiewirtschaftlichen Handlungsrahmen aufzubrechen.“

Symposium "Rechtsrahmen für Stromspeicher"

27. April, 2012, Bonn, Rheinisches Landesmuseum

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Erneuerbare Energien liefern inzwischen über 20 % des in Deutschland verbrauchten Stroms und stehen an zweiter Stelle der hierzulande genutzten Energieressourcen. Damit drängen sie immer mehr in das Zentrum unserer Stromversorgung. Nun gilt es die Weichen für ein weiteres Wachstum ohne Hemmnisse zu stellen. Virtuelle Kraftwerke und Stromspeicher werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Dennoch gibt es momentan keinen adäquaten Rechtsrahmen für den Aufbau entsprechender Kapazitäten. Die Politik ist daher dringend gefordert, die gesetzlichen Voraussetzungen für die breite Einführung dieser Technologien zu schaffen. Mit dem Symposium "Rechtsrahmen für Stromspeicher" möchte EUROSOLAR dieser Debatte eine neue Dynamik verleihen. Es schließt an die Tradition der erfolgreichen Rechtsseminare an, die EUROSOLAR unter dem Vorsitz von Dr. Hermann Scheer in den vergangenen Jahren immer wieder zu aktuellen Fragen der Gesetzgebung für Erneuerbare Energien durchgeführt hat. Das Symposium findet in Kooperation mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V., der Hermann-Scheer-Stiftung und der Zeitschrift für Neues Energierecht ZNER statt. Zur Teilnahme möchten wir Sie herzlich einladen. 

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Solarkürzungen als Ablenkungsmanöver

Stellungnahme Berlin, 23. Februar 2012:

Mit der nun zum 9. März 2012 angekündigten abermaligen Kürzung der Solarstromvergütung zeigt die schwarz-gelbe Koalition abermals ihre wahren Absichten. Es geht nicht um die beschleunigte Energiewende; es geht nicht um die strukturelle Anpassung der Netze, damit Erneuerbare Energien nach dem Erfolgskonzept der letzten Jahren auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, EEG, nach und nach die fossil-atomaren Kapazitäten ersetzen. Es geht vielmehr um Bestandssicherung und das Ausbremsen der Energiewende nach der Devise: „Der fossil-atomare Kraftwerkspark muss sich noch weiter lohnen“. Noch mehr Erneuerbare Energien als der bereits 21 %-Anteil im Stromnetz und „zu viel“ dezentral erzeugter Solarstrom bedeuten, dass die Netzbetreiber massiv in die Umrüstung der Netze investieren müssen. Die insoweit vorrangig in die Netze aufzunehmenden Erneuerbaren Energien bedeuten zudem, dass der fossil-atomare Großkraftwerkspark unrentabel wird. Insofern stehen die Zeichen auf Verzögerung und Deckelung regenerativer Energien.


Das EEG steht für Investitionssicherheit bei allen hiermit zusammenhängenden Wirtschaftszweigen und die fortzusetzende vorrangige Einspeisung erneuerbarer Energien. Seit längerer Zeit wird allerdings Strom aus regenerativen Energien abgeregelt, womit verfügbarer regenerativer Strom wegen Netzkapazitätsengpässen nicht genutzt werden kann. Dies gilt mit der letzten EEG-Novelle nun auch für Photovoltaikstrom von größeren als 30 KW-Anlagen, womit die Ohnmacht gegenüber den bevorstehenden netzstrukturellen Veränderungen sogar gesetzlich fixiert wurde. Insofern ist es dringend geboten, das EEG als Hebel für die Anwendung Erneuerbarer Energien und einen entsprechenden Netzstrukturwandel einzusetzen und um einen sogenannten Speicherbonus zu ergänzen. Ein solcher bietet Anreiz zur Entwicklung bzw. technologischen Optimierung von Speichern, deren Markteinführung und massenweisen Anwendung. Nur mit der Verwendung von Speichern wird der zukünftige Mix aus Erneuerbaren Energien mit den Netzkapazitäten in Einklang zu bringen sein.

Die abermalige Vergütungssatzabsenkung soll offenkundig den erwarteten Photovoltaikausbau ausbremsen und damit von den Erfordernissen eines dringend den Energievorkommen anzupassenden Kapazitätsmanagements ablenken. Schätzungen zur Folge wird der Photovoltaikausbau in diesem Jahr einen weiteren Rekord brechen. Waren es im letzten Jahr sieben GW könnten es in diesem Jahr nochmal 50 % mehr werden. Statt die hiermit erwartungsgemäß überforderten Netzkapazitäten auf die Energiewende vorzubereiten, versucht man diese nun ein weiteres Mal aufzuhalten. Dies ist ein Armutszeugnis für die Politik und die Handschrift einer Regierung, die den Erneuerbaren Energien noch vor einem Jahr das Potenzial einer Energiewende ohne Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke absprach.

Das Parlament als Urheber des EEG ist nun aufgefordert, diesen hilflos wirkenden Ablenkungsmanövern ein Ende zu bereiten und die Energiewende fortzusetzen. Wie auch immer die Solarstromvergütung dabei ausfällt: Die eigentliche Aufgabe liegt darin, dezentrale Speichertechnologien in den Markt einzuführen und nicht fortwährend über Vergütungssatzänderungen von den zentralen Herausforderungen der Energiewende abzulenken.

Nur mit der offensiven Einführung dezentraler Speicher kann Deutschland fortgesetzt seiner weltweiten Export- und Vorreiterrolle bei der technologischen Entwicklung und Verwirklichung der beschleunigten Energiewende gerecht werden.

Es steht hierbei übrigens nicht die Energiewende als solche in Frage, sondern wann, unter wessen Beteiligung und zu wessen Nutzen sie vollzogen wird. Jede Verzögerung ist ein Gewinn für die fossil-atomare Energiewirtschaft und schadet der Allgemeinheit.

Dr. Nina Scheer
Vorstand Hermann-Scheer-Stiftung

Zeichen setzen: Meilensteine für die Energiewende - Die Informationsplattform Energieallee A 7

Berlin, 4. Juli 2011

Mit der am 04. Juli freigeschalteten "Informationsplattform zur Projektinitiative Energieallee A 7" setzen die Projektträger Hermann-Scheer-Stiftung und EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit UnternehmensGrün e.V. Zeichen für den Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren.

www.energieallee-a7.de

Zum 67. Geburtstag - Erinnerung an Dr. Hermann Scheer

29. April 2011

Heute wäre Hermann Scheer 67 Jahre geworden. Damit ist der 29. April für die Hermann-Scheer-Stiftung ein Tag, der in besonderer Weise dem Gedenken an Hermann Scheer gewidmet ist.

Die Hermann-Scheer-Stiftung erhielt in den letzten Monaten eine Vielzahl von Zuschriften, die von den Ereignissen in Japan, dem Supergau von Fukushima, geprägt waren. Die in diesen Zeiten wachsend geforderten Antworten eines schnellst möglichen Ausstiegs aus der Atomenergienutzung lesen sich in den Schriften von Hermann Scheer, zuletzt in dem kurz vor seinem Tod erschienenen Buch "Der EnergEthische Imperativ - 100 % jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist", als ob er die Ereignisse begleitete.

Mit der Forderung nach Beschleunigung als Voraussetzung einer unabdingbaren Erfordernis für eine auf die regenerativen Energievorkommen zugeschnittenen, mithin dezentral ausgerichteten Energiewende und mit der Beschreibung des "Scheinkonsenses", wie dieser eben die beschleunigte Energiewende zu determinieren droht, appelliert Hermann Scheer an die politische Wachheit der Gesellschaft. Den Scheinkonsens sieht er darin, dass die (einerseits) allseitige Proklamation der Energiewende (andererseits) die ökonomischen Fußfesseln der herkömmlichen Energiewirtschaft verdeckt: "Die praktische Ablösung atomarer und fossiler Energien betrifft unmittelbar die Struktur des etablierten Energiesystems, die eng mit den herrschenden Produktions- und Konsumbedingungen, Wirtschaftsordnungen und politischen Institutionen verwoben ist" (Der EnergEthische Imperativ, 15). Bei allen ehrgeizigen Zielsetzungen dürfe nicht übersehen werden, dass weltweit nach wie vor ein Vielfaches in konventionelle Energien investiert werde.
"Beschleunigend wirkt alles, was die Systemstarre durchbricht und unmittelbar realisierbar ist. Das Beschleunigungstempo steigert sich, wenn es sich um nicht allzu komplexe, einfach installier- und nutzbare sowie modular einsetzbare Technologien handelt, für die eine große Zahl unabhängiger Investoren bereitsteht", so Hermann Scheer (a.a.O. 162).

Hermann Scheer ermahnt, nicht den Blick für die wahren Erfordernisse der Energiewende zu verlieren. So sei etwa die CCS-Technologie weder ökonomisch noch hinsichtlich ihres Entwicklungsstandes, ganz zu schweigen von den mit ihr einhergehenden Risiken und neuen Endlagerproblematiken, geeignet, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, die sowohl volkswirtschaftlich- , ressourcenverknappungsbedingt als auch mit Blick auf die Umweltsituation beschleunigt zu leisten sei. Er mahnt dabei auch, nicht die strukturelle Immanenz der Dezentralität von erneuerbaren Energien zu verkennen, womit aus deutscher Perspektive weder Offshore-Wind noch Wüstenstrom bzw. Desertec die Energiewende realisieren könne.

Als Tor zur Energiewende benennt Hermann Scheer den Vorrang erneuerbarer Energien. Im Wesentlichen gehe es darum, "vier ordnungspolitische Grundsätze gesetzlich zu verankern, die dem naturgesetzlich begründeten energetischen Imperativ und zugleich sozialethischen Werten entsprechen:
- den bleibenden Vorrang für erneuerbare Energie im Strommarkt;
- den Vorrang für Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Raumordnungspolitik und öffentlichen Bauleitplanung;
- eine grundlegende Umwandlung der Energiesteuern zu einer Schadstoffbesteuerung und
- eine stringente Gestaltung der Energie-Infrastruktur als Gemeinschaftsgut, in der die kommunale Energievorsorge die zentrale Rolle spielt."

Er appelliert an die Gesellschaft, den Ordoliberalismus energet(h)isch zu definieren und den Primat erneuerbarer Energien auf der politischen Ebene zur Norm zu machen. Er weist unter Berufung auf die Erfolge des EEG, forciert durch dessen Nachahmung in über 40 Staaten, darauf hin, dass die Energiewende nur auf der Ebene der Einzelstaaten durchgesetzt werden könne.

Das Gedenken an Hermann Scheer wird seinem geistigen Erbe gerecht, indem seinen Worten im Hier und Jetzt Wirkung verliehen wird.

Die Stiftung wird ihren Beitrag hierzu leisten und befindet sich in entsprechenden Vorbereitungen.

Dr. Nina Scheer
Vorstand (Ehrenamt)
Hermann-Scheer-Stiftung

Weitere Schriften zum 29. April 2011
http://www.eurosolar.de/de